Werbemittel-Wissen

Werbeartikel: So werden sie bei der Steuer behandelt | laprinta

Nahezu jedes Unternehmen setzt auf diese effektive Form der Werbung, um auf seine Leistungen aufmerksam zu machen: Werbeartikel. Denn wer diese an Kunden, Geschäftspartner und Co. verteilt, der bereitet den Beschenkten eine große Freude und macht gleichzeitig gezielt Werbung. So bleibt eine Firma nachhaltig im Gedächtnis und stärkt die Kundenbindung.

Denn mit einem solchen Geschenk vermittelt das Unternehmen Wertschätzung den Beschenkten gegenüber. So kann es letztlich seinen Kundenstamm erweitern und langjährige Geschäftsbeziehungen pflegen. Wer jedoch auf diese Marketing-Strategie setzt, der muss weit mehr beachten, als die Präsente lediglich zu bestellen und zu verteilen. Denn was viele nicht im Hinterkopf haben – die Werbeartikel müssen in vielen Fällen bei der Steuer berücksichtigt werden. Dabei gilt es, bestimmte Freigrenzen einzuhalten, um die Kosten nicht dem Finanzamt melden zu müssen. Doch was bedeutet das genau? Wie sieht die steuerliche Behandlung von Werbegeschenken aus und was gilt es zu berücksichtigen? Wir verraten es Ihnen:

Werbeartikel und die Steuer: Das gilt für den Schenkenden

Ob Sie Werbeartikel als Betriebsausgaben abziehen können oder nicht, hängt grundsätzlich vom Wert des Präsents ab. Außerdem macht es einen Unterschied, ob Sie das Werbegeschenk an Geschäftspartner bzw. Kunden oder an einen Ihrer Mitarbeiter überreichen. Welche Werbeartikel nach Steuerrecht abzugsfähig sind und welche nicht, können Sie hier nachlesen:

  • Steuerliche Absetzbarkeit von Werbeartikeln für Kunden oder Geschäftspartner: Entscheidet sich ein Unternehmen, Werbeartikel zu verschenken, so kann es diese selbstverständlich von der Steuer absetzen. Geregelt wird dies im Paragrafen 37b des Einkommenssteuergesetzes (EstG). Damit die Werbeartikel steuerlich absetzbar sind, sollten diese die Nettobetragsgrenze von 35 Euro nicht überscheiten. Diese gilt pro Kunde und pro Jahr. Liegen die Geschenke hingegen über dieser Richtlinie, so sind sie nicht bzw. nicht im Ganzen als Betriebsausgaben abzugsfähig. Die Vorsteuer bekommen Sie nicht vom Finanzamt erstattet. Weiterhin empfiehlt es sich, für Werbeartikel, die die Freigrenze von 35 Euro pro Jahr und Kunde überschreiten, eine Pauschalsteuer von 30 Prozent an das Finanzamt abzuführen. Denn nur so verhindern Sie, dass der Empfänger Ihres Präsents diese Einnahme in Höhe des Preiswerts besteuern muss.Beläuft sich der Wert der Werbeartikel hingegen unter 35 Euro netto, so können Sie die Kosten von der Steuer absetzten. Denn diese sind als Betriebskosten abziehbar. Voraussetzung für die Steuerersparnis ist außerdem, dass Sie die Präsentempfänger mit dem jeweiligen Artikelwert übersichtlich auflisten. Diese Daten müssen Sie auf einem separaten Sonderkonto führen. Vermeiden Sie dabei unbedingt Fehler. Denn Uneindeutigkeiten verringern die Chance, dass Sie die Werbeartikel anerkannt bekommen und somit Steuern sparen.
  • Steuerliche Absetzbarkeit von Werbeartikeln für Mitarbeiter: Selbstverständlich können Sie auch Geschenke an Ihre Mitarbeiter verteilen und ihnen eine Freude machen. Bei den Werbeartikel verhält sich die steuerliche Behandlung jedoch anders. Denn diese können Sie immer von den Betriebsausgaben abziehen – egal wie hoch der Wert des Geschenks ist. Überschreiten die Kosten für die Präsente außerdem die monatliche 44-Euro-Grenze nicht, so fallen weder Sozialabgaben noch Lohnsteuer für diese an – egal ob es sich um Weihnachtsgeschenke für Ihre Mitarbeiter oder eine Aufmerksamkeit zwischendurch handelt.

Das sollten die Empfänger von Werbeartikeln wissen

Bei geschäftlichen Geschenken gilt ebenfalls eine Steuerpflicht für die Beschenkten. Denn bei Werbeartikeln, die einen Wert von zehn Euro netto überschreiten, handelt es sich um sogenanntes verdecktes Einkommen. Deshalb muss der Wert dieser Werbeartikel bei der Steuer angegeben werden. Um diesen richtig einschätzen zu können, sollten die Empfänger beim webenden Unternehmen oder beim Hersteller den Warennettowert erfragen. Denn nur so können die Beschenkten die richtigen Daten an das Finanzamt übermitteln und einschätzen, welche Einstufung dieses vornimmt.

Streuwerbeartikel: Die Ausnahme

Lassen Sie Werbekugelschreiber, Schlüsselanhänger oder Notizblöcke bedrucken, so handelt es sich dabei um sogenannte Streuwerbeartikel, die in der Regel nur einen geringen Wert haben. Alle Sachgeschenke, die einen Warenwert von zehn Euro nicht überschreiten, zählen zu den Streuwerbeartikeln. Diese Werbeartikel sind aufgrund ihres geringen finanziellen Wertes von Auflagen bezüglich der Steuer befreit. Folglich müssen die werbenden Unternehmen keine Liste darüber führen, wer zu den Beschenkten gehört. Zudem sind ebenfalls für den Empfänger keinerlei Steuerpflichten fällig.

Mit der Pauschalsteuer vereinfachen Sie die Steuersituation der Empfänger

Sie möchten an treue Kunden oder langjährige Geschäftspartner Werbeartikel verschenken und diesen die steuerliche Behandlung erleichtern? Kein Problem – dann vereinfachen Sie den Empfängern die Steuersituation einfach, indem Sie einen Pauschalsteuerbetrag von 30 Prozent an das Finanzamt abführen. Dieser beinhaltet die Einkommenssteuer für sämtliche Sachgeschenke, die Sie innerhalb eines Wirtschaftsjahres verteilen. Errechnet wird der Pauschalbetrag über die tatsächlichen Kosten des werbenden Unternehmens. Die Umsatzsteuer ist dabei miteingeschlossen. Folglich ist es für den Empfänger der Werbeartikel bei der Steuer irrelevant, ob die Werbegeschenke unter der Zehn-Euro-Grenze liegen oder nicht.

Zusammenfassung: Alles Wichtige im Überblick

Bestimmungen für Werbende Unternehmen

Bestimmungen für Empfänger

Werbeartikel für eigene Mitarbeiter sind bis zu einem Netto-Wert von 44 Euro steuerfrei.

Werbeartikel, deren Wert über zehn Euro liegt, unterliegen der steuerlichen Behandlung und müssen bei der Steuererklärung angegeben werden.
Für Werbeartikel für Kunden und Geschäftspartner fallen bis zu einem Netto-Wert von 35 Euro keine zusätzlichen Steuern an. Streuartikel, die einen Wert von 10 Euro nicht überschreiten, sind steuerlich nicht betroffen.
Liegen die Kosten über der Freigrenze von 35 Euro, so ist eine eigene und übersichtliche Buchhaltung nötig.
Die Beschenkten können mit einer Pauschalversteuerung von 30 Prozent von der Steuerpflicht für die Werbeartikel befreit werden.