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Antizyklische Werbung: Sinnvoll für Unternehmen oder nicht? | laprinta

Unternehmen entwickeln Marketingkonzepte, um mit diesen größtmögliche Effekte zu erzielen – zum Beispiel um die Firma bekannter zu machen, die Umsatzzahlen zu steigern, einen Wiedererkennungswert zu generieren oder Präsenz zu zeigen. Dafür leiten sie spezielle Werbemaßnahmen in die Wege. Dabei ist es jedoch nicht nur wichtig, zu bestimmen, wie die Werbung gestaltet wird, sondern ebenfalls den richtigen Zeitpunkt für diese festzulegen. Entscheidend ist hierbei, ob es sich um zyklische oder antizyklische Werbung handeln soll. Insbesondere die antizyklische Marketing-Variante ist für viele Unternehmen interessant und lohnenswert. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff und welche Vor- bzw. Nachteile ergeben sich für Firmen, die antizyklisch werben?

Was ist antizyklische Werbung?

Die meisten Unternehmen führen Werbekampagnen dann durch, wenn es ihnen gut geht – in diesem Fall entscheiden sie sich für zyklische Werbung. Jedoch raten einige Spezialisten in der Werbebranche dazu, entgegengesetzt zu werben, und empfehlen das sogenannte antizyklische Marketing. Denn insbesondere in Zeiten, in denen die Einnahmen rückläufig sind, ist es essentiell für Firmen, auf sich aufmerksam zu machen und bestehende Geschäftsbeziehungen zu stärken. Das funktioniert am besten mit gezielter Werbung. Denn nur so können sich die Unternehmen gegen die Konkurrenz behaupten und saison-, konjunktur- oder branchenbedingte Schwankungen ausgleichen. Hintergrund dieser Werbemaßnahme ist es, in konjunkturschwachen Zeiten für die eigene Werbung mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. Denn die Mitbewerber reduzieren dann in der Regel ihre Marketingmaßnahmen. In konjunkturstarken Zeiten wirbt hingegen auch die Konkurrenz, dann geht die eigene Werbung oftmals unter der breiten Masse unter. Im Prinzip bedeutet antizyklische Werbung, exakt das Gegenteil von dem zu tun, was die Mitbewerber gerade machen.

Welche Vor- und Nachteile ergeben sich durch diese Marketingform?

Diese Vorzüge hat das antizyklische Werben

Ein wesentlicher Vorteil der antizyklischen Werbung ist die deutlich entspanntere Konkurrenzsituation. Konkret bedeutet das, dass die Werbemaßnahmen von der Zielgruppe viel bewusster zur Kenntnis genommen werden als beim zyklischen Werben. Sie gehen folglich nicht in der Masse unter, sondern stechen heraus. Dadurch erreicht das Unternehmen mit seiner Marketingstrategie mehr Aufmerksamkeit und hat eine höhere Chance, auch dauerhaft in Erinnerung zu bleiben.

Weiterhin ist der Kostenaufwand beim antizyklischen Werben in der Regel geringer, da diese Maßnahmen weniger aufwendig sind. Sie können einfacher gestrickt sein und müssen kein einzigartiges, ausgefallenen und von anderen deutlich unterscheidbares Konzept vorweisen. Denn bei antizyklischer Werbung ist der Konkurrenzdruck deutlich geringer. Zudem sind die Werbeplattformen in Zeiten, in denen weniger Werbung gemacht wird, meist günstiger.

Diese negativen Aspekte können sich bei antizyklischer Werbung ergeben

Ein bedeutender Nachteil dieser Marketingform besteht darin, dass die Werbemaßnahme nur auf geringes Interesse bei potentiellen Kunden stößt. So kann es sein, dass das Kaufinteresse nicht so groß ist wie vergleichsweise beim zyklischen Werben. Das ist insbesondere bei Produkten der Fall, die zum beworbenen Zeitpunkt in der Regel nicht gekauft werden. So kann es sein, dass diese Marketingstrategie nicht zur Erhöhung des Umsatzes führt.

Zudem steht Unternehmen in umsatzschwachen Zeiten in der Regel ein geringeres Werbebudget zur Verfügung. Folglich geht die Firma deutlich höheres Risiko ein, wenn sie die begrenzten Mittel für Werbezwecke ausgibt.

Beispiele für antizyklische Werbestrategien

Für Eiscreme im Sommer zu werben, Schokohasen zu Ostern zu verschenken oder Werbeartikel zu Weihnachten zu verteilen, das sind antytypische Beispiele für zyklische Werbung. Doch wer auffallen möchte, der sollte antizyklische Werbung betreiben. Und das ist gar nicht so schwierig: Wer zum Beispiel nicht nur in der Vorweihnachtszeit seine Kunden und Geschäftspartner mit kleinen Aufmerksamkeiten überrascht, sondern auch außerhalb der Adventszeit Werbeartikel verschenkt, der sticht heraus. Denn in der Weihnachtssaison erhalten diese von zahlreichen Unternehmen Präsente, so kann eine einzelne Firma mit ihren Werbeartikeln schnell in der Masse untergehen. Deshalb lohnt es sich, außerhalb der Saison auf Werbegeschenke zurückzugreifen und mit individuell bedrucktem Wein, Sekt oder Leckereien auch außerhalb der Weihnachtszeit seinen Kunden eine große Freude zu bereiteten. Denn so kommt die Werbebotschaft an, geht nicht unter und prägt sich nachhaltig ein.

Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, um antizyklisch Werbung zu machen. Wer zum Beispiel im Hochsommer mit einem Skiurlaub wirbt, der betreibt antizyklisches Marketing und schwimmt bewusst gegen den Strom. Denn in der Regel werden im Sommer eher Strand-, Wanderurlaube oder Städtetrips angeboten. Wer zu dieser Jahreszeit mit Winterurlauben wirbt, der fällt auf und hebt sich dadurch von der Konkurrenz ab.

Fazit:

Bei antizyklischer Werbung steht nicht die Optimierung von Umsätzen und Absatzzahlen im Mittelpunkt. Esgeht vielmehr darum, Präsenz zu zeigen und die Marktposition zu stärken. Unternehmen möchten mithilfe von antizyklischer Werbung bekannter werden und ihre Position auf dem Markt stärken. Doch antizyklisches Marketing alleine ist in der Regel nicht ausreichend. Vielmehr lohnt es sich für Firmen, auf beide Strategien setzen, um ein ideales Ergebnis zu erzielen. Denn diese Marketingkonzepte ergänzen sich ideal und lassen sich im Optimalfall miteinander kombinieren. Dies kann ein Unternehmen zum Beispiel umsetzen, indem es zunächst mit einer antizyklischen Marketingkampagne startet, an die es im Anschluss eine zyklische Werbeaktion anschließt.